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 Betreff des Beitrags: Eltern und Aufsichtspflicht
BeitragVerfasst: 30.03.2016, 15:06 
Expertin
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Registriert: 10.01.2005, 13:53
BeitrÀge: 4465
Eltern haben die Pflicht und das Recht, fĂŒr das minderjĂ€hrige Kind zu sorgen. Sie mĂŒssen dabei die wachsenden FĂ€higkeiten des Kindes zu selbstĂ€ndigem und verantwortungsbewusstem Handeln berĂŒcksichtigen. So lautet einer der GrundsĂ€tze der elterlichen Sorge, die der Gesetzgeber in § 1626 BGB formuliert.


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Die meisten Eltern sind sich ihrer Aufsichtspflicht gegenĂŒber ihren minderjĂ€hrigen Kindern bewusst. Aber in welchem Maße sie diese Verantwortung ausfĂŒllen mĂŒssen, ist fĂŒr sie nicht immer eindeutig. So sehen sie sich in ganz alltĂ€glichen Situationen im Dilemma zwischen Kontrolle und Freiheit, wie typische Fragen aus unserem Elternforum zeigen:

Ab welchem Alter darf ich mein Kind allein zu Hause lassen?
Darf ich die Aufsicht auf Ă€ltere Geschwister ĂŒbertragen?
Wann darf das Kind alleine in das Schwimmbad gehen?
Ganz klar: Es gibt keine allgemein gĂŒltigen Regeln. Vielmehr liegt es in der Verantwortung der Eltern, dies richtig einzuschĂ€tzen.

Auch der Gesetzgeber sieht dieses pĂ€dagogische Dilemma und gibt eine – wenn auch fĂŒr den Alltag wenig hilfreiche – Leitlinie vor: So liegt es an den Eltern zu beobachten und zu beurteilen, wie es um Risikobereitschaft, Gefahrenbewusstsein und um die Einhaltung von Absprachen bei ihrem Kind steht. AbzuwĂ€gen sind auch die individuellen Lebensbedingungen: Wohnung, Haus und Garten, die Wohnumgebung, der Straßenverkehr oder die Wege, die vom Kind bewĂ€ltigt werden mĂŒssen.

GrundsĂ€tzliche Empfehlungen gehen dahin, Kinder unter drei Jahren stĂ€ndig zu beaufsichtigen. Kinder zwischen vier und sechs Jahren dĂŒrfen schon 15-30 Minuten ohne Aufsicht sein. FĂŒr Kinder ab dem Schulalter kann dieser Zeitrahmen schrittweise vergrĂ¶ĂŸert werden und z.B. können dann EinkĂ€ufe in der Umgebung ohne Kinder erledigt werden. Allerdings mĂŒssen die Persönlichkeit des Kindes, seine individuelle Entwicklung und mögliche Gefahren zu Hause dabei mit bedacht werden.

Wenn Eltern die Aufsicht auf andere ĂŒbertragen, mĂŒssen sie sicherstellen, dass diese Person auch in der Lage ist, die Verantwortung zu ĂŒbernehmen. So sind Ă€ltere Geschwister, Freundes- oder Nachbarskinder leicht mit der Beaufsichtigung jĂŒngerer Kinder ĂŒberfordert. FĂŒr Babysitter gibt es spezielle Zertifikate, z.B. den „BabysitterfĂŒhrerschein“, den Kinder ab 14 Jahren erwerben können. Aber auch hier mĂŒssen die individuellen Gegebenheiten situativ unbedingt mit in Betracht gezogen werden.

Ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter fĂŒr den Schwimmbadbesuch gibt es nicht. Vielmehr ist es eine Frage der allgemeinen Aufsichtspflicht und der Reife und des Könnens des Kindes. Es gibt die Faustregel, dass der Schwimmbadbesuch erst allein erfolgen sollte, wenn das Kind sicher tauchen und mindestens 15 Minuten frei im tiefen Becken schwimmen kann. Das Mindestalter fĂŒr einen Schwimmbadbesuch steht meist auch in der Schwimmbad-Ordnung des jeweiligen Schwimmbads.

Aufsichtspflicht ist und bleibt eine Gratwanderung mit einer Mischung aus Verantwortung, Vertrauen und Risiko, die jeder selbst treffen muss.

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Lis Dammann
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 Betreff des Beitrags: Re: Eltern und Aufsichtspflicht
BeitragVerfasst: 15.04.2016, 15:30 
Kommentator/in
Kommentator/in

Registriert: 03.09.2015, 10:04
BeitrÀge: 49
Wohnort: Mayen
Hallo


Ja granicht so einfach, dass mit der Aufsichtspflicht. Eigentlich sollten die Regeln statt alle möglichen Geschenke gleich mit der Geburt ĂŒbergeben. Man darf froh sein, wenn man als Eltern die Zeit ĂŒbersteht und es ist nichts geschehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Eltern und Aufsichtspflicht
BeitragVerfasst: 15.07.2016, 18:43 
FĂŒr uns auch ein stndiger Problem, eigentlich jeden Tag wieder neu. Wieviel lassen wir ihnen allein machen und wieviel halten wir ihn unter Kontrolle sozusagen. Es ist eine schwere Verantwortung. Sie wird grĂ¶ĂŸer je beweglicher das Kind wird. Wir können von den ruhigen Tagen in denen er als Baby in seine Bettchen lag, nur noch trĂ€umn. Jetzt ist es Adrenalin pur und zwar jeden Tag. Friedrich ist jetzt knappe 2 Jahre alt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Eltern und Aufsichtspflicht
BeitragVerfasst: 13.12.2016, 18:33 
Newbie
Newbie

Registriert: 08.12.2016, 15:12
BeitrÀge: 5
Man kann aber auch einfach nicht 24 Stunden Kontrolle ĂŒber sein Kind haben. Da stellt sich mir schon die Frage, wo fĂ€ngt die Aufsichtspflicht an und wo hört sie auf. Unser Sohn ist auch viel draußen spielen und unterwegs und das finde ich auch wichtig! Ich kann nicht garantieren, dass er nicht doch irgendwann mal Mist o. Ă€. baut und dann heißt es direkt, man hĂ€tte die Aufsichtspflicht verletzt. Wichtig ist meines Erachtens auch schon mal, dass das Kind zureichend versichert ist, was fĂŒr mich auch zu einer Art Aufsichtspflicht gehört. Denn wenn er dann mal Unsinn macht, können wir/er wenigstens dafĂŒr gerade stehen. .Wir sind gegen viele unvorhersehbare Vorkommnisse abgesichert, was einen schon mal etwas ruhiger schlafen lĂ€sst! ;).

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FrĂŒher war ich unentschlossen, heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.


Zuletzt geÀndert von juice am 15.12.2016, 18:33, insgesamt 1-mal geÀndert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eltern und Aufsichtspflicht
BeitragVerfasst: 15.12.2016, 04:26 
Mitmischer/in
Mitmischer/in

Registriert: 16.11.2016, 18:54
BeitrÀge: 18
Wohnort: Wien
Man muss ja zugeben, dass der Gesetzgeber es hier natĂŒrlich auch nicht leicht hat. Jede Sitiuation, jedes Kind, jede Umgebung ist anders, ist kompliziert und komplett verschieden, und doch hĂ€ngt alles miteinander zusammen. Hier ein Gesetz zu erlassen, dass grundlogisch ist und alles waserdicht macht, (fĂŒr wen ĂŒberhaupt?) wird es wohl nie geben.

Sie so gut es geht, unbeschadet durch ihre Kindheit zu begleiten ist und bleibt ein Abenteuer. Nach Best Practice zu handeln, die einzige Methode die den Eltern bleibt. Denn selbst mit supergenauer Aufsichtspflicht (fĂŒr die kleinen, die es ja noch mehr benötigen) bleibt 100% Sicherheit sowieso eine Illusion.


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 Betreff des Beitrags: Re: Eltern und Aufsichtspflicht
BeitragVerfasst: 01.03.2017, 13:24 
Mitmischer/in
Mitmischer/in

Registriert: 24.02.2017, 13:23
BeitrÀge: 11
Nun ich habe erst vor wengen Wochen im Winterurlaub wieder gesehen wie sorglos so manche Eltern dabei sind. Wir waren wie einige Winter zuvor in einem Kinderhotel, das vom Grundsatz her schon eine absolute Top-Betreuung bietet (sofern man denn möchte - unsere Nora will das gar nicht nutzen). Dennoch schaffen es manche nicht Ihre Kinder beim gemeinsamen Besuch des Hotelschwimmbades vernĂŒnftig zu beaufsichtigen. Kleines MĂ€dchen ist im Kleinkindbereich gestĂŒrzt & Knie aufgeschlagen, die Eltern waren "gemĂŒtlich" 5 Ecken weiter im Whirlpool relaxen. Da fehlt mir jedes VerstĂ€ndnis dafĂŒr :-(


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