Logo der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.

Kleine Tütchen mit Kügelchen in Handtaschen ( Kieselerde)

Neue Antwort erstellen

ELTERNFORUM Foren-Übersicht - Austauschforum - Kleine Tütchen mit Kügelchen in Handtaschen ( Kieselerde) - Neue Antwort erstellen

Haase
Elternexperte/inElternexperte/in


Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 477
Wohnort: Bielefeld
Benutzer-Profile anzeigen

Beitrag 12.08.2007, 09:28   Antworten mit Zitat      



aus www.westfalenblatt.de
Klinik weist Vierjährige ab

Michael Grüttner mit Shawn (4). Foto: Brand Von Bärbel Hillebrenner Bad Oeynhausen (WB). Sie fürchten, dass Ihr Kind sich vergiftet hat, rasen mit ihm zum nächsten Krankenhaus - und werden dort abgewiesen. Diesen Albtraum hat Michael Grüttner (26) aus Bad Oeynhausen erlebt.

Heute ist wieder alles gut. Die kleine Shawn schmust mit Max, ihrem Plüsch-Tiger, und lacht. Vor wenigen Tagen aber war die Welt der Vierjährigen alles andere als rosig. Ihr Vater Michael Grüttner, Pfleger in der Ausbildung im Herz- und Diabeteszentrum: »Ich saß im Auto. Meine Frau rief über Handy an. Sie sagte, Shawn ginge es schlecht, sie hätte eine Papiertüte aufgerissen und die weißen Kügelchen daraus gegessen.«

Der Vater raste nach Hause. Seine Frau Daniela zeigte ihm die aufgeweichte Tüte mit dem pulverigen Inhalt. Es war eine jener Tütchen, die man in Pappkartons, in Schuhen und Taschen findet. Der Inhalt, die weißen Kügelchen, soll Feuchtigkeit aufsaugen. »Aber aus welchem Stoff bestehen sie? Ich wusste es nicht und rief die Giftzentrale an«, sagte Michael Grüttner. Trotz mehrmaliger Versuche sei niemand ans Telefon gegangen. Da habe er Shawns Kinderarzt angerufen. Aber der Anrufbeantworter meldete, es sei Urlaubszeit. Auch die angegebene Vertretung war nicht zu erreichen. »Ich wurde immer nervöser, denn meine Tochter hörte nicht auf zu weinen. Ich schnappte sie mir und raste ins Krankenhaus.«

Dort aber erlebte er eine Behandlung, die der Vater nicht verstehen kann. »Ich sah mein Kind in Not und der Arzt und die Schwester sagten mir, das Oeynhausener Krankenhaus sei nicht für die Behandlung von Kindern ausgerichtet. Sie könnten meiner Tochter nicht helfen.« Man habe weder die mitgebrachte Tüte mit dem Inhalt näher betrachtet noch das Mädchen untersucht. »Ich solle nach Minden in die Kinderklinik fahren, riet man mir. Die ist 15 Kilometer entfernt!«

In Panik fuhr der Vater los, seine Tochter schrie weiter. Auf dem Weg nach Minden erreichte er endlich die Giftzentrale. »Die wussten sofort Bescheid, um was es sich gehandelt hat. Die Kügelchen bestehen aus Kieselerde und sind ungefährlich. Warum konnte man mir das nicht schon im Krankenhaus sagen?«, fragt Grüttner.

Auf diese Frage gibt es bislang keine Antwort. Denn an den Fall der vierjährigen Shawn kann oder will man sich nämlich in der Oeynhausener Ambulanz nicht erinnern. »Ich habe mehrfach nachgefragt. Aber das Krankenhaus hat mir mitgeteilt, man habe nicht feststellen können, mit welchem Arzt oder welcher Schwester Herr Grüttner gesprochen hat«, sagt Karen Schäfer von der Pressestelle. Darüber kann sich der Vater nur wundern: »Ich habe mir dieses fürchterliche Erlebnis schließlich nicht ausgedacht!«


---



_________________
Ellen Haase
Mechthild
FamilienoberhauptFamilienoberhaupt


Anmeldungsdatum: 13.05.2006
Beiträge: 59
Wohnort: Trier
Benutzer-Profile anzeigen

Beitrag 13.08.2007, 19:11   Antworten mit Zitat      



da hilft nur eines, wenn jemals jemand abgewiesen wurde - dieses schriftlich bestätigen zu lassen und tatsächlich Rechenschaft zu verlangen

Ich habe im privaten Umfeld einen Notfall eines Erwachsenen gehört, der vom Krankenwagen nicht mitgenommen wurde, weil er keine Krankenhauseinweisung hatte.
Da auch hier der Hausarzt nicht auf die Schnelle nicht erreichbar war, brachte der Sohn seinen Vater selbst ins Krankenhaus, wo der Vater noch in derselben Nacht verstarb.

So etwas darf einfach nicht vorkommen, dass die Behandlung im Notfall aus fadenscheinigen Gründen verweigert wird!



Vorheriges Thema anzeigen
Nächstes Thema anzeigen







phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn
Tel. (0228) 688 34-0, Fax 688 34-88, Eltern-Hotline 688 34-34,
info@kindersicherheit.de