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 Betreff des Beitrags: Risiko Vergiftung durch Pflanzen
BeitragVerfasst: 07.09.2009, 11:54 
Expertin
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Registriert: 10.01.2005, 13:53
BeitrÀge: 4465
Vergiftung durch Pflanzen

Vorsicht bei Dieffenbachia, Engelstrompete oder Blauer Eisenhut



Schwere Vergiftungen mit Pflanzen kommen Ă€ußerst selten vor. In den meisten FĂ€llen treten nach dem Verzehr von FrĂŒchten, BlĂ€ttern oder BlĂŒten entweder ĂŒberhaupt keine Symptome oder zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Von den Beschwerden kann man aber nur in AusnahmefĂ€llen auf die Art der gegessenen Pflanze schließen. Das typische Beschwerdebild einer Pflanzenvergiftung gibt es Ă€ußerst selten.

Vergiftungen mit Pflanzen können deshalb nur dann richtig eingeschÀtzt werden, wenn der Name der Pflanze bekannt ist. Es ist somit sehr hilfreich, die Blumen und StrÀucher im Haus und Garten zu kennzeichnen, bevor ein Vergiftungsunfall eingetreten ist. Den Pflanzennamen kann man mit Hilfe eines Pflanzenbuches oder auch des Internets ermitteln. Sollte dies nicht weiterhelfen, können Sie die Pflanze ins BlumengeschÀft oder zu
einem GĂ€rtner bringen und den Namen erfragen.

Wenn Ihr Kind Teile einer Pflanze gegessen hat, sollten Sie sofort ein Giftinformationszentrum anrufen und möglichst unter Nennung des Pflanzennamens nach den jetzt notwendigen Maßnahmen fragen.

Tipp
- Pflanzen mit Namen kennzeichnen.
- Keine Dieffenbachia, Engelstrompete oder Blauer Eisenhut in Haus bzw. Garten, solange Ihre Kinder klein sind.



Dieffenbachia
Weitere Namen: Schweigrohr, Giftaron.

Beschreibung
Zimmerpflanze mit krĂ€ftigen, aufrechten Stielen und meist grĂŒn-weiß gemusterten BlĂ€ttern. Je nach ZĂŒchtungsgrad kann die Pflanze einen Scharfstoff und OxalsĂ€ure enthalten. Die OxalsĂ€ure befindet sich in so genannten „Schießzellen“: Bei mechanischer Verletzung der Dieffenbachia wird die OxalsĂ€ure aus der Zelle geschleudert und gelangt so unter die Haut oder in das Auge. Ob Ihre Dieffenbachia diese Stoffe enthĂ€lt, können Sie durch vorsichtiges Lecken an einem angerissenen Blatt testen. Viele Pflanzen enthalten durch intensive Zucht kaum noch Scharfstoffe!

Erste Hilfe
- Sofort 1 Glas Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben.
- Nach Haut- oder Augenkontakt mit handwarmem Wasser abspĂŒlen.

Vergiftungsbild
- Nach Verschlucken zunĂ€chst starkes Brennen der SchleimhĂ€ute und Speichelfluss, danach Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
- Nach Haut- oder Augenkontakt starke Reizerscheinungen an der Haut bis zur Blasenbildung.

Kinderarzt/Kinderklinik
Sollten nach 10 Minuten keine Symptome aufgetreten sein, ist eine Arztvorstellung des Kindes nicht erforderlich. Tritt innerhalb von 10 Minuten heftiges Brennen auf – das Kind schreit „wie am Spieß“ – ist eine Untersuchung bei der KinderĂ€rztin/beim Kinderarzt notwendig. Falls vorhanden, können Sie dem Kind ein Eis zum Lutschen geben.
Bei Augenverletzungen muss das Kind immer einem Augenarzt vorgestellt
werden.


Eisenhut
Weitere Namen: Aconitum napellus, Venuswagen, Wolfskraut.

Beschreibung:
Giftigste Pflanze Europas! Beliebte Gartenstaude, als Sommerblume hĂ€ufig auch in gekauften BlumenstrĂ€ußen zu finden. Alle Pflanzenteile sind giftig und enthalten Aconitin.

Erste Hilfe
- Nach Zerreiben von Pflanzen oder BlĂŒtenblĂ€ttern unbedingt sofortiges
Abwaschen der Haut.

Vergiftungsbild
Wurden Pflanzenteile gegessen, tritt hĂ€ufig im oder um den Mund herum ein Kribbeln, TaubheitsgefĂŒhl oder Brennen auf. SpĂ€ter kommt es zu heftigem Erbrechen, krampfartigem Durchfall, starken Schmerzen und nach großen Mengen zu Herzrhythmusstörungen.

Kinderarzt/Kinderklinik
Da es sich um eine möglicherweise tödlich verlaufende Vergiftung handelt,
muss das Kind schon bei Verdacht von verschluckten Pflanzenteilen sofort in der Kinderklinik vorgestellt werden.


Engelstrompete
weitere Namen: Brugmansia, Datura, Trompetenbaum.

Beschreibung
Dekorative KĂŒbelpflanze mit hĂ€ngenden, bis zu 25 cm langen, trompetenförmigen BlĂŒten. Die Pflanze enthĂ€lt in allen Pflanzenteilen Giftstoffe (Scopolamin, Hyoscyamin, Atropin). Die Inhaltsstoffe können auch ĂŒber die Haut aufgenommen werden.

Erste Hilfe
- Nach BerĂŒhren der Pflanze sofort die Haut abwaschen.

Vergiftungsbild
Nach dem Verschlucken von entsprechenden Mengen an Pflanzenteilen tritt das typische Bild einer Atropinvergiftung auf: trockene, heiße Haut, starkes Herzklopfen, Unruhe, Schreien, Halluzinationen und auffĂ€llig weite
Pupillen. Nicht selten können Milchsafttröpfchen beim Abbrechen der BlĂŒte ins Auge gelangen. Aber auch nach dem Anfassen von Pflanzenteilen, besonders der BlĂŒte, und anschließendem Reiben der Augen kann es zu einer Pupillenerweiterung des betroffenen Auges kommen.

Kinderarzt/Kinderklinik
Nach Verschlucken von Pflanzenteilen muss das Kind sofort in einer Kinderklinik vorgestellt werden, im Zweifelsfall rufen Sie ein Giftinformationszentrum an.


Quelle: BroschĂŒre "Risiko VergiftungsunfĂ€lle bei Kindern"
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Lis Dammann
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